Nichts Neues kann entstehen, solange wir nicht Raum schaffen und das Alte aufbrechen.
Eine Metarmorphose
Über viele Jahre habe ich Architektur innen wie aussen fotografisch festgehalten und künstlerisch begleitet. Mein Blick galt dabei nie allein dem Gebäude, sondern den Geschichten, seinen Räumen, den Lichtstimmungen und Strukturen. Den Schwingungen und Resonanzen. Ich habe immer gesagt “mein Beruf ist, Licht einzufangen”. Die Kamera ist mein Werkzeug hierzu. So entstanden Bilder, die nicht nur dokumentieren, sondern Architektur erlebbar und lebendig machen. Mit Solve et Coagula beginne ich nun eine bewusste Auseinandersetzung mit meinem bisherigen Arbeiten. Schaffen wir Raum für Neues.
SOLVE
In der ersten Phase von Solve geht es ums Loslösen und Sichten. Sichtung bedeutet Erinnern, Reflektieren und Sortieren. Es entstehen neue Impulse, zunächst ohne Erklärung. Die Bilder fließen als stetiger, wiederkehrender Strom, dem wir uns aussetzen und mit dem wir uns somit auseinandersetzen – ein neues Verstehen, ein neues Fühlen. Hier beginnt der eigentliche Denkprozess. Zusammenhänge werden sichtbar. Zeiten und Räume verschmelzen. Vergangenheit mit der Gegenwart. Wir halten inne, gehen in die Tiefe und befassen uns intensiv mit dem bisherigen Schaffen.
ein hin und ein her
ein auf und ein ab
ein vor und ein zurück
ohne das hin kein her
ohne das ab kein auf
ohne das zurück kein vor
schwingen wir hin
schwingen wir her
schwingen wir auf
schwingen wir ab
schwingen wir vor
schwingen wir zurück